DIÖZESANVERBAND BERLIN

Lebendige Gedenkstätten in Berlin

Eine Woche nach den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau hat sich die kfd in Berlin dem Thema der Erinnerung in Wort und Bild gewidmet. Zur Betrachtung kommen Gedenkstätten in Berlin, die an authentischen Orten entstanden sind und gepflegt werden. Es ist wie ein Spaziergang durch die Geschichte des letzten Jahrhunderts.

Unsere Reise führt zur ältesten Gedenkstätte, dem Friedhof der Märzgefallenen, durchgehend bestehend seit 1848 und Begräbnisstätte für 183 Opfer der Märzrevolution, die auf ihrem letzten Gang von 200.000 Menschen begleitet wurden. Weitere Haltepunkte sind das KZ in Sachsenhausen, Mutter aller Konzentrationslager; der Gedenkstätte Topographie des Terrors, entstanden auf dem Gelände der Hauptquartiere von Gestapo und SS in der Prinz-Albrecht-Straße mit den noch sichtbaren Resten der Folterzellen im Keller; dem Haus der Wannseekonferenz, Erinnerungsstätte an ein Treffen mit Frühstück, dass die Endlösung der Judenfrage zum Thema hatte; die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im heutigen Bundesministerium der Verteidigung und Ort der Hinrichtung der vier Attentäter vom 20. Juli 1944; der Hinrichtungsstätte Plötzensee; der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum mit dem Kloster der Karmelitinnen, 1963 eingeweiht und erbaut durch Spenden der deutschen Katholiken; der Gedenkstätte Otto Weidt, Firma eines Bürstenmachers, der vorwiegend jüdische Arbeiter beschäftigte und auch versteckte; der Gedenkstätte für Zwangsarbeiter des zweiten Weltkrieges in Schöneweide; dem Rundgang durch das Schloss Cecilienhof in Potsdam, 1945 Ort des Treffens der drei Siegermächte nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges; wir betrachten weiter die drei sowjetischen Ehrenmale, die auch Begräbnisstätten der gefallenen sowjetischen Soldaten sind; als Folgen der Teilung schauen wir uns das Notaufnahmelager Marienfelde an, Ort der Zuflucht für Tausende Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands und Osteuropas; wir machen einen Gang durch die Bernauer Straße und haben die Bilder von Flüchtlingen im Kopf; eine der jüngsten Gedenkstätten ist der „Tränenpalast“, für Reisende ein ständiger Ort der Angst vor Kontrollen, die mit rekonstruierten Abfertigungskabinen heute daran erinnern; an die Macht und Allmacht des Ministeriums für Staatssicherheit erinnern uns das Museum in der Normannenstraße und die Gedenkstätte in der Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen; die Mächtigen der KPD und der SED fanden ihre letzte Ruhe in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Noch heute wird im Januar an diese Gräber mit roten Nelken gepilgert.

Die letzte Station sind zwei Gedenkstätten in Potsdam – ein Stadtpalais mit Gefängnis, in dem KGB und Stasi Angst Schrecken verbreiteten und ein ehemaliges Pfarrhaus am Neuen Garten, als Teil der ehemaligen sowjetischen Militärverwaltung und Zentrale der militärischen Spionageabwehr. Hier wurden Soldaten, Offiziere und auch Zivilangestellte verhört und gequält.

Diese Orte sollen uns erinnern an die Schrecken von Gewaltherrschaft und Unterdrückung.

Rosemarie Rietz

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