DIÖZESANVERBAND BERLIN

Besuch der Synagoge in der Rykestraße

Vor der Pogromnacht 1938 lebten 173.000 Menschen jüdischen Glaubens in Berlin, etwa 100 Gotteshäuser gehörten zum Stadtbild mit ihren Türmen und Kuppeln. Sie zeugten vom reichen jüdischen Leben in Berlin. In der Pogromnacht vom 9. November 1938 wurden viele Opfer des Feuers. Die Synagoge in der Rykestraße im Ostteil Berlins überstand dieses Inferno, da sie inmitten einer Häuserzeile in Prenzlauer Berg liegt und der Brand die umliegenden Gebäude hätte gefährden können.

Die kfd-Frauen aus Steglitz haben sich mit Bus und U-Bahn auf den weiten Weg gemacht, um dieses Gotteshaus kennenzulernen. Von der belebten Straße betritt man durch eine Sicherheitsschleuse einen großen Innenhof mit Sicht auf die in Nord-Süd-Achse ausgerichtete Synagoge. Sie wurde 1904 eingeweiht, 1940 von der Heeresstandortleitung enteignet, als Pferdestall missbraucht und 1953 wieder in ihre Funktion als Synagoge eingesetzt. Im Ostteil Berlins war sie das einzige Zentrum jüdischen Lebens, wenn auch die Gemeinde mit 3000 Mitgliedern mehr als klein war, 1990 zählte sie nur noch 200 Mitglieder. In den Jahren 2004 bis 2007 fand eine umfängliche Sanierung statt.

Wir schreiten durch die breiten Türen einer Vorhalle in die dreischiffige Synagoge und sind über die Helligkeit in ihr erstaunt. Wände in hellen Sandsteinfarben, eine in Temperafarben ausgemalte Holzbalken-Decke fallen auf, ebenso wie die floralen Elemente der Ausschmückung. Durch ein Mitglied der Gemeinde erfahren wir viel über Kantoren, Riten und Leben in der Gemeinde. Eine Torarolle wird uns vorgeführt und deren Bedeutung erklärt. Unser Wissen wird sehr bereichert.

Nach so vielen neuen Eindrücken ist eine Pause in einem der vielen Cafés in der Rykestraße angesagt.

Berlin, 22. Juni 2015

Rosemarie Rietz

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