DIÖZESANVERBAND BERLIN

21. Frauenwallfahrt des Bistums Magdeburg im Kloster St. Marien zu Helfta und wieder waren Dominicanerinnen dabei

Zum 21. Mal feiert das Bistum Magdeburg am 20. Juni 2015 seine Frauenwallfahrt zum Kloster St. Marien zu Helfta. Sie stand unter dem Leitwort der heiligen Teresa von Avila „Gott und ich – wir zusammen sind wir immer die Mehrheit“.

Mehr als 600 Frauen aus dem Bistum Magdeburg und anderen Orten haben sich auf den Weg gemacht, um miteinander zu feiern, Gott zu danken, einander zu begegnen, sich auszutauschen und über das Thema nachzudenken. kfd-Frauen des Erzbistums Berlin fahren bereits zum sechsten Mal mit und beschäftigen sich schon auf der Hinfahrt mit dem Wallfahrtsthema der Teresa von Avila, die als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt worden ist.

Papst Franziskus beschreibt Teresa als Lehrerin des Gebetes, die den Blick für die wichtigen Fragen ihrer Zeit besessen und sich auf das Wesentliche konzentriert habe. Als wichtiges Fundament habe sie das gemeinschaftliche Leben, die Brüderlichkeit (Geschwisterlichkeit) und die Demut vorgelebt und diese Werte ihrer (Ordens) Gemeinschaft weitergegeben.

In der Eucharistiefeier, die Ordinariatsrat em. Ulrich Lieb zelebrierte, werden Gebete von Teresa gesprochen und u.a. das Taize-Lied „Narda de turbe“-„Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich: Wer Gott hat, dem fehlt nichts“, deren Text auch von Teresa stammt, gesungen. In der Predigt arbeitet Herr Lieb heraus: Wo liegt der Mittelpunkt meines Lebens und wie kann Gott Mittelpunkt von mir oder meinen Mitmenschen werden.

Er erzählt, dass es der spanischen Kirche zur Zeit Teresas um Rituale und Äußerlichkeiten ging. Ihr ging es dagegen um eine Gottesbeziehung. Wie beim vorgetragenem Johannes Evangelium vom Weinstock und den Reben, erkannte Teresa, dass ohne eine tiefe Verbindung zu Jesus keine Freundschaft zu Jesus und Gott wachsen kann. Gott bietet uns sein Freundschaft an. Es heißt es: …ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf: Liebt einander.“. Teresa wusste sich trotz menschlicher Schwächen und Grenzen von Gott geliebt, gehalten und geführt. Ihre tiefe, liebende Freundschaft mit Gott bestimmte all ihr Tun und war ihre Kraftquelle. Mit Gott in Mehrheit zu sein ist schon ein tolles Gefühl, gibt innere Gelassenheit und ein fröhliches Herz. Herr Lieb sagt, das die im Heft „Christ in der Gegenwart“ enthaltene Betrachtung von Andreas Knapp zu Frauenfrage:

„Wenn eine frau das Wort geboren hat warum sollten frauen dann das wort nicht von der kanzel künden

Wenn eine frau für ihr zuhören gelobt wird warum sollen frauen dann das gelernte nicht auch lehren

Wenn eine frau die füße jesu küsste warum sollten frauen dann den altar nicht küssen können

Wenn eine frau den leib christi salben konnte warum sollten frauen dann nicht zum salbungsdienst befähigt sein

Wenn eine frau jesu sinneswandlung durch ein brotwort wirkte warum sollten frauen dann bei der wandlung nicht das brotwort sprechen

Wenn eine frau von jesus krüge voller wein erbitten konnte warum sollten frauen dann über einen kelch mit wein nicht auch den segen beten

Wenn eine frau den jüngern als apostelin vorausging warum sollten frauen dann zur apostelnachfolge nicht auch gerufen sein“.

auch ein Wort von Teresa sein könnte. So beendet Herr Lieb seine Predigt mit dem Wort von Teresa „Ich werfe unserer Zeit vor, dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstößt, nur weil es sich um Frauen handelt.“

Die Wallfahrtskollekte geht in diesem Jahr an die Don Bosco Schwestern, die in dem Bergdorf Kartaba (Libanon) syrische Flüchtlingskinder aufnimmt und in einer Schule ausbildet. Es wurden 1809,88 Euro eingesammelt.

Nach dem Gottesdienst konnten wir an den Verkaufsständen von sozialen Gruppen/Vereinen und im Klosterladen stöbern. Ich erwarb dort eine wunderschöne Taufkerze. Danach konnte der Hunger mittels Mitgebrachter oder erworbener Pilgerinnenverpflegung gestillt werden. Nach dem Mittagessen konnten wir aus vielfältigen Angeboten im Zwischenprogramm das Wallfahrtsthema aufgreifen und vertiefen. Wer wollte, konnte auch im Klostergarten, in der alten Klosterkirche oder in der neuen Gertrudkapelle verweilen oder mit anderen ins Gespräch kommen. Die Wallfahrerinnen und Wallfahrer strahlten eine große Freude und Gemeinschaft aus.

Zur Andacht am Ende des Wallfahrtstages versammeln wir uns noch einmal im Mechthild-Saal. An dieser Andacht nimmt auch Dr. Friederike Maier, die Leiterin des Fachbereichs Pastoral in Kirche und Gesellschaft, teil. Thema der Andacht ist das Unterwegsein auf verschiedenen Wegen. Teresa war als Pilgerin mit Gott unterwegs zu den Menschen. Sie gründete 19 Klöster. Auch Dorothee Sölle sagte einmal: “Lasst uns Gehende bleiben. Wenn wir pilgern, sind wir nicht nur Wir. Er geht mit“. Mit einem Wanderstab aus Zucker entließ Schwester Rita Breuer vom Fachbereich Pastoral in Kirche und Gesellschaft im Bischöflichen Ordinariat Magdeburg die vielen Wallfahrerinnen in ihre Heimatorte.

Erfüllt von schönen Eindrücken fuhren wir heimwärts. Im Bus bekamen wir noch ein Geschenk „Das kleine Buch der Wünsche“ sowie ein Bild von Teresa von Avila überreicht. Mit beliebten Gesängen und Meditationstexten ließen wir die Wallfahrt ausklingen.

Irmgard Königstorfer 

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